Die Mobile Kleiderkammer im Interview 👚

Am 8. Oktober 2024 besuchten zwei Teilnehmerinnen des Onlineshops der Produktionsschule SCHAUPLATZ mit ihrer Anleiterin die zum Unternehmen gehörende Kleiderkammer und führten ein Interview mit der Leiterin Angelika Berger. 

Das Interview wurde von der Teilnehmerin Jassi geführt und dient dazu, die Kleiderkammer kennenzulernen, sie bekannter zu machen und als Übung für die Teilnehmenden der Produktionsschule, auf fremde Menschen zuzugehen und mit ihnen in Kontakt zu treten. 

Als kleine Aufmerksamkeit für die Teilnehmenden der Kleiderkammer wurde ein leckerer selbstgebackener Pflaumenkuchen aus dem Bistro der Produktionsschule mitgebracht, worüber die Teilnehmenden und Angelika sich sehr gefreut haben.

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J: „Wer bist du und was machst du?“
A: „Ich bin Angelika Berger, die Fachanleiterin in der Mobilen Kleiderkammer und ich bin seit 12 Jahren, 
also von Anfang an dabei und habe sie aus dem Nichts aufgebaut.“

J: „Was ist die mobile Kleiderkammer und wie funktioniert sie?“

A: „Die mobile Kleiderkammer ist eine vom Jobcenter geförderte Maßnahme (Arbeitsgelegenheit – AGH) für u25 und ü25-Jährige. Es gibt nach oben keine genaue Altersgrenze, aber die aktuell älteste Person bei uns ist 65 Jahre alt. Bedürftige Personen mit Leipzig-Pass dürfen uns besuchen und Kleidung für einen kleinen Obolus zwischen 0,20€ und 2,00€ erwerben. Mehrmals in der Woche stellen uns verschiedene Kooperationspartner ihre Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung, in denen wir ebenfalls Kleiderspenden verteilen. Unser eigenes Ladengeschäft hat täglich geöffnet.“
J: „Was ist eine AGH?“
A: „Eine AGH, also eine Arbeitsgelegenheit, ist eine vom Jobcenter geförderte Maßnahme für Langzeitarbeitslose, damit sie wieder in einen geregelten Tagesablauf und eine sinnvolle Beschäftigung finden.“
J: „Warum ist die Kleiderkammer mobil?“
A: „Das war die Idee der ehemaligen Geschäftsleitung der Kleiderkammer und ist unser Alleinstellungsmerkmal, wir sind die einzige mobile Kleiderkammer in ganz Leipzig. Der Sinn hinter der mobilen Kleiderkammer besteht darin, so viele Stadtteile wie möglich abzudecken und auch Bedürftigen-Einrichtungen zu erreichen.“
J: „Wer kann die Kleiderkammer nutzen und wie kann man dort mitmachen?“
A: „Die Kleiderkammer ist für Bedürftige mit Leipzig-Pass. Die Zuweisung als Teilnehmer erfolgt durch das Jobcenter und ist die einzige Möglichkeit, teilzunehmen. Mittlerweile ist die Nachfrage so groß, dass eine Warteliste beim Jobcenter geführt wird. Die Teilnehmerplätze sind sehr begehrt. Von außen unterstützen kann man die Kleiderkammer mit Sachspenden, wie Kleidung, Spielzeug und Alltagsgegenstände (z.B. Kinderwägen oder Babywiegen). Es sollte darauf geachtet werden, nur Saisonware zu spenden, da wir wenig Platz zum Lagern haben.“
J: „Gibt es Zeiten in denen der Bedarf besonders hoch ist?“
A: „Es gibt Zeiten, da haben wir weniger Spenden als Bedarf ist und müssen sogar Spendenaufrufe machen und dann gibt es Zeiten in denen wir uns vor Spenden kaum retten können und die Spenden die wir nicht lagern können, wandern entweder auf den Müll, oder werden von unternehmensinternen Projekten wie der Produktionsschule abgeholt und upgecyclet.“
J: „Arbeitet die Kleiderkammer mit anderen Organisationen, Vereinen und Einrichtungen zusammen?“
A: „Nein, da das vom Jobcenter gedeckelt wird, wir dürfen nicht mit anderen Kleiderkammern kooperieren.“
J: ,,Was wünscht du dir von der Stadt und der Politik für die Kleiderkammer?“
A: „Ich finde es sehr schade, dass es die Sachspendenzentrale nicht mehr gibt, denn da war die unentgeltliche Abgabe von gespendeter Kleidung möglich und es gab mehr Platz zum Lagern. Die Kleiderkammer und der Bedarf an gespendeter Kleidung sollte mehr publik gemacht werden, weil viele immer noch nicht darüber Bescheid wissen.“
J:,,Was wünscht du dir für dich selbst und die Kleiderkammer allgemein?“
A: „Ich wünsche mir, dass die Kleiderkammer noch lange bestehen bleibt, denn es wird immer Bedarf geben.“
J: „Magst du uns sonst noch irgendwas erzählen?“
A: „Ich würde alles nochmal genauso machen und wünsche den Teilnehmenden der Produktionsschule, dass sie auch einen Job finden, der ihnen Spaß macht und in denen sie aufgehen können.“
Das Interview fand in lockerer Atmosphäre im Ladengeschäft der Kleiderkammer statt. Nach dem Interview haben sich die beiden Teilnehmerinnen und die Anleiterin den Laden angeschaut und konnten sich dank Leipzig-Pass auch ein Paar Sachen mitnehmen. Es wurden Fotos gemacht, noch ein wenig über dies und das geredet und sie bekamen einen Sack mit alten Lumpen für das anstehende Handarbeitsprojekt in der Produktionsschule. Die beiden Anleiterinnen verabredeten sich zu einem  Besuch der Kleiderkammer-Teilnehmenden in der Produktionsschule und so fand der Vormittag einen tollen Abschluss.

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